Starker Mittelstand im Bereich Medizintechnik

Der Mittelstand wird zu Recht als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet. In Summe sichern diese Betriebe Arbeitsplätze für 70 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland und was ganz wichtig ist, sie bilden 80 Prozent der Lehrlinge aus. Diese Innovationskraft ist in den einzelnen Branchen der deutschen Wirtschaft unterschiedlich stark. Die Medizintechnik gehört dabei zu einem der führenden Industriezweige. Hinter den USA ist Deutschland bei Medizintechnik der zweitgrößte Exporteur der Welt. Eine Leistungskraft, die ganz besonders auf den Schultern kleiner hochspezialisierten Unternehmen ruht. Mit einem Durchschnitt von 78 Beschäftigten pro Betrieb liegt die Medizintechnikbranche deutlich unter dem Industriedurchschnitt in Deutschland, der bei 130 Beschäftigen liegt. Letztlich ist es aber ein Mix. Wichtige Exportschlager kommen ebenso aus großen Familienunternehmen wie Dräger, Otto Bock und Konzerntöchter wie Carl Zeiss Jena, als auch von kleinen Unternehmen, wie Melag, Oculus oder Schmitz und Söhne.

In einer Studie des BMBF von 2005 werden die relevanten Schlüsseltechnologien der Zukunft in der „Computerisierung aufgrund der Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien“ gesehen, der „Molekularisierung“, die insbesondere durch die Biotechnologie repräsentiert wird und der „Miniaturisierung“, die über Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und optische Technologien, greifen wird. Die Medizintechnik Hersteller in Deutschland haben dabei in Europa bereits eine führende Position errungen, in der Welt dominiert aber die USA bei Schlüsseltechnologien. Doch der Mittelstand sieht sein Exportgeschäft trotzdem im Wachsen. Neben einer Steigerung des Auslandsabsatzes in 2011 wird auch für 2012 mit einem Exportwachstum gerechnet, geschätzt werden 7 Prozent. Die größte Branchenmesse Medica in Düsseldorf ist dabei ein wichtiges Schaufenster.  Im Inland gibt es neben Licht auch Schatten. Hier müssen die Medizintechnik Hersteller oft gegen das Image des Kostentreibers ankämpfen. Neue Investitionen schaffen zuerst Kosten und dann dank Früherkennung und schnellerer Behandlungsmethoden Einsparungen. Das richtig zu gestalten ist auch eine wichtige politische Aufgabe.

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