Technologieförderung gestern und heute

Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

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Innovation ist zum Leitbegriff der wirtschaftlichen Entwicklung geworden. Auch die Technologieförderung kommt nicht ohne einen diesbezüglichen Verweis aus, sei es um aktuelle ökologische und gesellschaftliche Probleme anzugehen oder die Wirtschaft trotz des Leitbildes eines freien Marktes zu fördern. In der deutschen Förderlandschaft gibt es für Letzteres seit 2008 das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), mit dem brachen- und technologieoffen kleine und mittelständische Unternehmen gefördert werden. Die ZIM Förderung gilt allgemein als besonders schnell, unbürokratisch und flexibel und ist so ideal für den breiten Mittelstand geeignet. An diesem Programm wird der vollzogene Wandel hin zur Innovationsförderung besonders deutlich. Die Entwicklung des heutigen, sehr komplexen Fördersystems begann bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Spätestens seit den 1920er Jahren fördern alle Industriestaaten die technologische Entwicklung auch jenseits der Rüstungsentwicklung. Waren es zu Beginn vor allem Prestigeprojekte, kam vor allem nach dem zweiten Weltkrieg  auch der technologische Fortschritt des eigenen Landes als Prestigeobjekt per se hinzu. Noch dazu sollte so gezielt die eigene Wirtschaftsleitung gefördert werden.

Während dies bis in die 1970er Jahre hinein vor allem durch die z.T. massive finanzielle Förderung von Großforschungsprojekten geschah und die gezielte Produktentwicklung vor allem großen Konzernen überlassen wurde, geriet seit den 1980er Jahren die Förderung anwendungsbezogener Technologien in den Mittelpunkt. Ausgehend von Japan, das damals rasante Erfolge in der Weiterentwicklung der Mikrochiptechnologie verbuchen konnte, kam vor allem Unternehmen Förderung zugute, die versprachen, den vermeintlichen technologischen Vorsprung konkurrierender Volkswirtschaften einzuholen. Dabei galt vor allem das Paradigma der linearen technologischen Entwicklung.

Seit Mitte der 1990er Jahre setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Weg von der Erfindung zur marktrelevanten Innovation wesentlich komplexer ist und einen neuen Ansatz der Forschungsförderung erforderlich  machte. Seitdem kamen vor allem die Innovationsförderung und die Bewilligung gezielter Forschungszuschüsse für Unternehmen zum Tragen. Galt die Innovationspolitik zu Beginn noch primär als Steuerungsinstrument zur Bewältigung zukünftiger ökologischer und gesellschaftspolitischer Probleme, wurde sie zunehmend für Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Dynamisierung der Binnenwirtschaft relevant. Daher kam zur klassischen top-down-Förderung bei der die allgemeinen Ziele durch die Politik bestimmt werden zunehmend bottom-up-Ansätze dazu, die stärker wissenschaftliche und technologisch mögliche Anforderungen erfüllen.

Weitere Aspekte moderner Innovationspolitik ist die stärkere Verzahnung von Wissenschaft und technologischer, anwendungsbezogener Entwicklung, wobei vor allem auf Netzwerke und Exzellenzcluster gesetzt wird.

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